Wenn ein Sommer auf den Nächsten folgt

15Mai
2017

Auf Stewart Island

Am Donnerstagmorgen (27. April) ging es dann halb 10 mit der Fähre von Bluff nach Stewart Island. Im Vergleich zu der riesigen Fähre, die ich Ende letzten Jahres von der Nord- zur Südinsel genommen hatte, auf der hunderte Leute und Autos transportiert wurden, war diese hier eher eine Nussschale. Auf dem kleinen Boot, das nur über einen Raum verfügte, hatten vielleicht 50 Leute, eng zusammengedrängt, auf Stühlen und Bänken Platz. Der Kapitän saß ganz vorne und innerhalb einer Stunde waren wir auf der drittgrößten Insel Neuseelands, auf der ich bis nächsten Mittwoch bleiben sollte.

Stewart Island besteht zum größten Teil aus Nationalpark und hat nur eine echte Ortschaft, Oban, mit ungefähr 400 Einwohnern. Dazu gibt es noch ein paar vereinzelte Anwesen in der Umgebung verstreut. Die Insel hat für die heute sehr geringe Einwohnerzahl eine recht interessante Besiedlungsgeschichte. So gab es in der Anfangszeit ein paar Maoris, also Ureinwohner, die später und heute aber keine große Rolle mehr spielen, so hab ich z.B. keine Maoris gesehen. Später gab es dann viele Europäer, die versuchten dort zu siedeln, allerdings stellte sich bald heraus, dass auf Grund der Regenwaldartigen Vegetation und der damit verbundenen unfruchtbaren Böden, so was wie Landwirtschaft nur sehr schlecht möglich war. Deshalb war die Insel schon immer und auch heute noch von Lebensmittelimporten vom Festland angewiesen.

Allerdings gab es andere lukrative Wirtschaftszweige auf der Insel. So war von Anfang an der Fisch- und Austernfang die wichtigste Einnahmequelle der Insel und ist auch heute noch sehr wichtig. Es gab aber auch eine Zeit lang, so Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts und auch noch Anfang des 20. eine Hochphase des Walfangs. So stand auf der Insel eine Art Werft, wo die großen Schiffe für die langen Fahrten bis in die Antarktis gewartet und ausgebessert werden. Da dies ein norwegisches Unternehmen war, wurde die Insel bald von Norwegern besiedelt. Außerdem gab es im Inselinneren kleine Fabriken, die Holz in Sägemehl umwandeln, wovon ich noch ein paar übriggebliebene Maschinen gesehen habe.

Heute lebt die Insel zu großem Teil von Tourismus, so gibt es einige Hotels und Hostels, sowie unzählige Touren, die man mit kommerziellen Anbietern machen kann. Dazu gibt es einen kleinen Supermarkt und ein paar Restaurants, sowie ein großes DOC Center, also der Behörde, die die Nationalparks verwaltet, und damit auch den Great Walk, die 3 tätige Wanderung durch den Rakiura Nationalpark, die ich auch machen sollte.

Auf der Insel angekommen suchte ich mir erstmal eine Unterkunft. Für die ersten 2 Nächte zeltete ich neben einem netten Hostel, dem einzigen der drei auf der Insel, das ganzjährig geöffnet hat. Kaum angekommen, fing es dann auch schon an zu regnen, was mehr oder weniger den Ton für die nächsten 5/6 Tage setzen sollte.

 

Bei leichtem und immer wiederkehrenden Regen verbrachte ich die ersten 2 Tage damit mir die Insel in der direkten Umgebung des Ortes anzugucken. Dafür gibt’s viele kleine Wege, die durch die Wälder und an der Küste entlangführen. An sich ist Stewart Island auch ziemlich schön, nur der Regen hat immer ein wenig gestört. Aber trotzdem hat’s mir sehr gut gefallen, die ganze Insel strahlt einfach eine gewisse Ruhe und Abgeschiedenheit aus, die sehr angenehm ist.

Am Samstag startete ich dann den Rakiura Track, der mich für 3 Tage über 34km durch den Nationalpark der Insel führen sollte. So machte ich mich mittags auf den Weg und musste erstmal 5km bis zum offiziellen Start des Tracks über Straßen entlang mehrerer Buchten laufen. Von dort ging es dann durch regenwaldartige Vegetation immer am Meer entlang auf einem guten Weg, bis ich ungefähr an der Hälfte des Tagespensums an einem langen Strand angekommen war. Dort wollte ich eigentlich Mittagspause machen, wurde aber von einem Schwarm aggressiver Sandflies davon abgehalten und musste schnell weiterlaufen. Nach einem Kilometer am Strand entlang, kam dann eine große Brücke, auf die eine kleine Steigung folgte, nach der ich dann schon fast am Campingplatz angekommen war. Dort war ich witzigerweise komplett alleine, nur in der Hütte ein paar 100m weiter war eine Jagdgesellschaft, bestehend aus ein paar älteren Neuseeländer.

Am Abend hatte es angefangen zu regnen und auch am nächsten Morgen hielt das noch ziemlich stark an. So machte ich mich auf den Weg und war froh, dass der dichte Wald mich recht trocken hielt. Allerdings stieß ich im Laufe des Tages auf ein anderes Hindernis, nämlich einen teilweise komplett abgesoffenen und im Matsch versunkenen Track. So kämpfte ich mich die 10km durch Matsch und versuchte nicht komplett zu versinken, meine Schuhe waren aber dennoch sehr stark mitgenommen, als ich nachmittags endlich an der Hütte und dem dazugehörigen Campingplatz angekommen war.

Dort heizte ich erstmal den Ofen an und war froh, mich erstmal wieder trocknen zu können, nachdem es die meiste Zeit des Tages geregnet hatte. Etwas später am Nachmittag kamen noch 2 ältere Herren aus Australien dazu, die einen längeren Track über 10 Tage über die Insel gelaufen waren. Die beiden hatten alle Hand Interessantes zu erzählen und so wurde es ein sehr unterhaltsamer Abend. Als es dann dunkel war, gab’s mal wieder einen unglaublich teilen Sternenhimmel, mit heftig klarer Milchstraße.

Am nächsten Tag ging’s dann wieder durch Matsch die letzten 10km bis zum Ort zurück. Der Weg führte auch heute wieder fast ausschließlich durch Regenwald, der zwar über die letzten 3 Tage so ziemlich gleich aussah, aber trotzdem wars irgendwie cool. So war ich am frühen Nachmittag wieder am Hostel angekommen, wo ich mein Zelt aufbaute und froh war, meine in Matsch versunkenen Schuhe wieder sauber und trocken zu bekommen.

Den restlichen Tag ging nix besonderes mehr und am nächsten Tag, meinem letzten auf Stewart Island, beschränkte ich mich bei immer wieder aufkommenden Regen darauf, ein paar weitere Wege in der Nähe des Ortes zu wandern und mir die Natur anzugucken.

Am Mittwochmorgen wars das dann mit der Insel und es ging bei strömenden Regen wieder aufs Festland.

 

03Mai
2017

Lake Tekapo, Mount Cook und zurück nach Süden

Am Samstagmorgen, dem 22.4., machte ich mich auf, in Richtung Mount Cook zu trampen. Da ich ab Sonntag 2 Nächte dort gebucht hatte, wollte ich Samstag noch am Lake Tekapo, nicht zu weit von Mount Cook entfernt, bleiben. Das Dorf Tekapo am gleichnamigen See liegt ungefähr 220km nördlich von Wanaka entfernt.

So ging ich morgens los und bald nachdem ich mich am Ortsausgang hingestellt hatte, nahm mich schon ein Typ aus dem Ort mit, der mich gut 30km weiterbrachte, allerdings mitten auf der Straße herausließ, weil er da zu irgendeiner Farm auf einen Feldweg einbog, um zu arbeiten.

So war ich dazu verdammt, gut 6km am Highway entlangzulaufen, es bot sich keine Stelle zum trampen, bis ich schließlich an der Kreuzung in Richtung Norden, also auch die Mount Cook, Lake Tekapo Gegend, ankam. Dort gibt es auch ein kleines Dorf, das hauptsächlich aus einem Restaurant besteht. Dort angekommen, es, war mittlerweile Mittag, musste ich überdurchschnittlich lange warten bis mich ein ausgewanderter Phillippino mitnahm, der auf dem Weg nach Christchurch war, von wo aus er in sein Herkunftsland in den Urlaub fliegen wollte. Der Typ stellte sich als sehr unterhaltsamer Mensch heraus und es wurde eine witzige rund 2 stündige Fahrt bis nach Tekapo, das auf dem Weg nach Christchurch liegt. Mein Fahrer, ich habe seinen Namen schon längst wieder vergessen, erzählte dabei begeistert von seiner Kindheit und Jugend auf den Philippinen, von seinen Erfolgen als Spielertrainer im Fußball auf dem College und von seinem Job beim Kühe melken hier in Neuseeland.

Endlich am Lake (=See) Tekapo angekommen, war es mittlerweile schon halb 3 und es wurde ziemlich warm, was es nur noch unangenehmer machte mit all meinem Zeig bis zum Holiday Park zu laufen, der ein bisschen außerhalb des Dorfes befand. Der Campingplatz ist der einzige am recht beliebten Lake Tekapo und dem entsprechend riesig und überfüllt, es waren immer noch Osterferien in Neuseeland, und ich musste tatsächlich anstehen, um einchecken zu können.

Ich wollte nur eine Nacht bleiben und am nächsten Tag weiter nach Mount Cook, weshalb ich mir nur ein bisschen den See und das Dorf anguckte. Der See sieht ziemlich cool aus, gerade im Herbst mit den gelb und orangenen Bäumen am Ufer, dazu im Hintergrund noch die Berge. Das Dorf Tekapo ist sehr klein und besteht eigentlich nur aus Hotels und Restaurants und es ist ein sehr überlaufener Ort, gerade Ostasiatische Touristen hab ich dort zu Hauf gesehen. Direkt am Ufer gibt es eine kleine Kirche, die ziemlich cool aussieht und ein berühmtes Fotoobjekt ist, weshalb diese von bestimmt 50 Leuten mit gezückten Kameras belagert wurde. Gerade Bustouren scheinen dort sehr viele unterwegs zu sein.

Erwähnenswert sind noch die beeindruckenden Sternenhimmel, die man dort und auch im äußersten Süden sehen kann, die schiere Anzahl und die Klarheit mit der ich die Milchstraße sehen konnte, war schon echt cool. Leider habe ich nicht das Equipment, um davon Fotos zu machen.

Am nächsten Morgen hatte ich dann 100km bis zum Mount Cook Village, der kleinen Ansammlung von Hotels und Wohnhäusern am Fuße des mit 3724m höchsten Berges Neuseelands, zu trampen. Das sollte sich aber nicht als sonderlich große Herausforderung herausstellen, ich wurde von einem älteren chinesischen Pärchen bis zum Lake Pukaki mitgenommen, ungefähr die Hälfte des Weges und den Rest dann von einem älteren Neuseeländer, der lange Jahre im Mount Cook Village gelebt hat. Mein Fahrer war ein interessanter Mensch, er hat früher als Touristenführer gearbeitet und schwärmte die ganze Fahrt über von dem einsamen Leben am Fuße des Berges, im Dorf leben ungefähr 100 Menschen, von denen die meisten für die Verwaltung und Erhaltung des Nationalparks oder in den Hotels arbeiten.

Ich war schon gegen 11 Uhr im Ort - ich wollte für 2 Nächte bleiben – und machte mich erstmal auf, mir alles anzugucken. Ich musste nur eine dreiviertel Stunde gehen und ich war an einem Aussichtspunkt, von welchem ich hervorragende Blicke auf den schneebedeckten Mount Cook hatte. Vom Dorf aus sieht man den Berg nicht ganz, sondern nur einen Nebenberg, dessen Gletscher aber auch ziemlich cool aussah.

Nachdem ich dann auch in mein überteuertes Hostel einchecken konnte, ging den restlichen Tag nicht mehr allzu viel. Im Besucherzentrum des DOC gab’s eine ziemlich coole Ausstellung zum Berg und der Geschichte der Besteigung. Besonders der Teil zu der Bergrettung war echt informativ. Da es keinen echten Weg auf den Berg gibt und dieser generell technisch sehr anspruchsvoll ist (man muss vereiste Steilwände hochklettern und der Schnee auf den Bergkämmen ist sehr weich und instabil), kommt es immer wieder zu Unfällen. Deshalb gibt es ein dauerhaftes Rettungsteam, zu dem es einen netten Film gab. Im Durchschnitt stirbt 1 Bergsteiger pro Jahr am Mount Cook, gerade wegen des wechselhaften Wetters und der Lawinengefahr. So mussten z.B. 2 Wanderer Anfang der 2000er, die ironischerweise selbst dem Rettungsteam angehörten, 8 Tage auf dem Gipfel in einer selbstgegrabenen Schneehöhle ausharren, weil ein gewaltiger Schneesturm so lange anhielt. Der Helikopter konnte nicht landen, nur einmal konnten sie Proviant abwerfen. Letzten Endes überlebten die Bergsteiger, verloren aber jeweils beide Unterschenkel.

An diesem Beispiel kann man auch sehen, wie schlecht das Wetter am Mount Cook normalerweise ist, oft verschwindet der Berg für Wochen in den Wolken. Umso mehr Glück hatte ich, den schneebedeckten Gipfel und die Gletscher an 2 Tagen am Stück ohne größere Wolken sehen zu können. So machte ich mich am Montag, den 24. April, zu meinem Highlight am Mount Cook auf, der Wanderung zur Mueller Hut (=Hütte) auf ca. 1500m und wieder zurück.

Ich ging recht früh los und hatte erstmal eine halbe Stunde bis zum Start des Tracks vor mir. Nach bereits coolen Blicken auf den Berg, ging es dann für eine geschlagene Stunde über Holztreppenstufen ordentlich bergauf. Die Ausblicke wurden immer spektakulärer und ich konnte im Hintergrund immer wieder aus der Ferne leise, kleinere Lawinen am Nebenberg abgehen hören und teilweise auch sehen. Nachdem die Treppen vorbei waren, ging die richtige Kletterei erst los. Über einen sehr steilen Weg ging es über Felsen und Geröll, bis ich nach einer weiteren Stunde schließlich an der Mueller Hut ankam. Diese liegt in Mitten einer Felslandschaft umringt von schneebedeckten Gipfeln und ich hatte einen atemberaubenden Blick auf den Mount Cook. Nach kurzer Mittagspause dort, stieg ich dann für 1,5 weitere Stunden wieder zurück ins Dorf ab. Auf dem Weg begegnete ich recht vielen Leuten, man kann auch in der Hütte übernachten, muss allerdings weit im Voraus buchen. Gerade einige ältere Asiaten kamen mir schon beim Aufstieg mit mega fetten Rucksäcken und offensichtlich viel zu viel Gepäck entgegen. Der eine hatte sogar einen einklappbaren Stuhl dabei, wo es doch in und um die Hütte Bänke gibt. Dementsprechend langsam war die Gruppe unterwegs, sodass ich sie auf dem Rückweg sogar wieder einholte.

 

Nachdem ich wieder unten war, entspannte ich den restlichen Nachmittag im Hostel. Als nächstes stand auf meinem Plan, nach Steward Island zu trampen, die 3. größte (aber mit 400 Einwohnern sehr kleine) und südlichste Insel Neuseelands. Dafür musste ich aber erstmal 450km nach Süden kommen. So machte ich mich am Dienstagmorgen vom Mount Cook Village aus auf den Weg. Dieser Dienstag war ein Feiertag, der ANZAC Day. ANZAC steht für Australian and New Zealand Army Corps. An diesem Tag wird dann quasi den gefallenen Soldaten, vor allem in den beiden Weltkriegen, gedacht und es werden Kränze an den zahlreichen Gedenkstätten niedergelegt.

Ich musste nicht lange warten bis ich von einem niederländischen Backpacker mitgenommen wurde, der mich bis nach Twizel brachte. Er war wirklich sehr unterhaltsam und ein ziemlicher Wanderfreak, der mehr oder weniger alle Tracks auf der Südinsel abgrast. Danach nahm mich eine chinesische Backpackerin bis zur Abbiegung nach Wanaka mit. Sie arbeitete zurzeit auf einer Lachsfarm und hatte interessante Geschichten über ihre Heimat zu erzählen. Darauf folgte ein deutscher Mitte 30 aus Hamburg, der mich bis nach Queenstown brachte. Er hatte gerade seinen Job gekündigt, er arbeitete bei einer Bank und danach in der Unternehmensberatung, unter anderem für VW und Porsche und bereist jetzt als eine Art berufliche Auszeit die Welt. Dann kam eine malaysische Reisegruppe in einem Kleinbus, die mich bis zur Abzweigung nach Te Anau mitnahmen, von wo ich weiter südlich nach Invercargill musste, die größte Stadt im Süden der Südinsel (50.000 Einwohner). Vom Highway brachte mich dann ein Neuseeländer ins nächste Dorf, von wo aus mich ein weiterer bis nach Invercargill brachte, wo ich die Nacht blieb.

Die Stadt Invercargill wirkt ziemlich runtergekommen und ist ein Ort, in den sich nur selten Touristen verirren, weshalb wohl auch nicht so viel Geld hereinkommt. Aber es gibt alles an großen Supermärkten und Co. Am nächsten Tag musste ich nur noch 30km nach Bluff trampen, von wo aus dann den Morgen danach, Donnerstag den 27. April, meine Fähre nach Steward Island ging. Bluff ist nur ein Dorf und gehört quasi noch zu Invercargill. Auch hier gibt es wenige Touristen, nur Durchgangsverkehr nach Steward Island, sonst lebt der Ort vor allem von Austern- und Fischfang.

in Bluff Sonnenaufgang in Bluff

Die Nacht blieb ich in Bluff auf einem kleinen Campingplatz und wartete darauf, dann endlich auf die Insel übersetzen zu können, wo ich meinen letzten mehrtägigen Track Neuseelands laufen sollte.

26April
2017

In Wanaka

Am Morgen des Montags (17.4.) ging’s dann für mich weiter nach Wanaka, wo ich 5 Nächte bleiben sollte. Um dorthin zu gelangen, hatte ich einen Bus gebucht, der mich bis nach Te Anau fährt. Dort war ich dann gegen Mittag und hatte noch einiges an Strecke, nämlich 230km, zu überwinden. Man könnte sich jetzt natürlich zu Recht die Frage stellen, warum ich nicht einfach einen Bus dahin genommen habe. Das mit den Bussen ist leider so eine unangenehme Sache für sich. Das Unternehmen bei dem ich letzten September einen Buspass gekauft hatte (Nakedbus), mit dem ich 20 Touren fahren konnte und den ich nur sehr sporadisch genutzt hatte, ist zwischendurch mehr oder weniger Pleite gegangen. Früher fuhren sie die Südinsel noch selbst, haben aber scheinbar all ihre Busse verkauft und haben den Südinsel Markt komplett der Konkurrenz von Intercity überlassen. Ich kann deshalb keine Busse mehr auf der Südinsel online buchen, wie es auf der Nordinsel der Fall war und auch gut funktioniert hat.

Eigentlich ist das aber auch nicht komplett richtig, denn ich konnte die Busse zwischen Queenstown, Te Anau und Milford Sound buchen, da mein Bauunternehmen hier mit einem kleinen Unternehmen vor Ort zusammenarbeitet. Deshalb konnte ich auch bis Te Anau mit Bus fahren und musste den Rest trampen, was aber sehr gut funktionierte. Denn ich hatte Glück und wurde von einem jungen US Amerikaner mitgenommen, der zufälligerweise auch bis nach Wanaka wollte. Mein Fahrer ist schon seit 1,5 Jahren in Neuseeland, er hat auch einen neuseeländischen Pass und hat in der Zeit hauptsächlich als Tourguide gearbeitet. Allerdings wird er demnächst in die Staaten zurückkehren und seinen Uniabschluss machen.

Durch das Glück beim trampen war ich also schon am frühen Nachmittag in Wanaka angekommen und schlug mein Basislager auf dem Campingplatz in der Nähe des Zentrums auf. Die Stadt Wanaka ist direkt am gleichnamigen See gelegen und an sich recht klein, um die 11000 Einwohner, sehr modern mit vielen schicken Restaurants, Cafés, Bars und Geschäften außerhalb meiner Preisklasse, sowie einer großen Anzahl an Touristen. Alles in allem aber sehr malerisch gelegen, besonders wegen den Bergen, die Stadt von allen Seiten umringen und gerade da es hier ja Herbst ist sehen die Bäume mit ihren orangenen Blättern am Seeufer sehr beeindruckend aus.

Der restliche Montag und auch der Dienstag vergingen recht ereignisarm, bei überraschend gutem Wetter, es schien den ganzen Tag die Sonne und waren knapp 20 Grad und das sollte auch die restliche Woche so bleiben, beschränkte ich mich primär darauf durch die Stadt zu wandern, am Seeufer und im Park zu entspannen. Die Stadt und auch der Holidaypark waren sehr überfüllt mit Urlaubern, weil ja auch zusätzlich zu den Standardreisenden noch eine Menge Neuseeländer die Osterferien hier verbrachten. Für die Kiwis (so nennen sich die Neuseeländer selbst) ist nämlich die traditionelle Art Urlaub zu machen, mit Wohnwagen zu einem Holidaypark zu fahren, oder wer keinen hat zu zelten oder auch sehr beliebt in kleinen Hütten auf dem Gelände zu übernachten, die manchmal auch eine eigene Küche haben. Deshalb gibt es auch so ein dichtes Netz an Holidayparks im ganzen Land, da diese schon vor dem Boom von internationalen Reisenden sehr beliebt waren.

Gerade an Ostermontag schien der gesamte Campingplatz komplett überfüllt, sodass es schon recht schwer war eine Herdplatte in der Küche zu ergattern. Allerdings ebbte dieser Ansturm die folgenden Tage merklich ab. Am Mittwoch wanderte ich dann das Seeufer in Richtung Westen entlang, kam dabei an dem Wanaka Tree vorbei, dem berühmten Fotomotiv eines Baumes der im Wasser steht und meinen Weg säumten die Villen des Reichenviertels Wanakas. Irgendwann war ich dann endgültig aus der Stadt heraus und der See wurde etwas schwerer zugänglich, es gab keinen Strand mehr, sondern nur noch ein felsiges Ufer. Nach vielleicht 2 Stunden war ich dann am Ende des Weges angelangt und hatte mittlerweile eine sehr gute Aussicht auf den See und die Stadt, da ich mich mittlerweile auch etwas weiter über dem Seespiegel befand. Dann ging es wieder zurück und der Tag war auch mehr oder weniger gelaufen.

Nachts wurde es mittlerweile schon richtig kalt in Wanaka, immer knapp an die 0 Grad, was dazu führte, dass ich morgens oft mit zu Eis gefrorenen Wassertropfen an meinem Zelt aufwachte, generell ist es ziemlich seltsam, wenn man sich tagsüber fast einen Sonnenbrand holt und dann halb 7 sobald die Sonne untergeht selbst mit Jacke und Pullover friert.

Das Highlight meines Aufenthaltes in Wanaka folgte dann am Donnerstag, als ich den 1500m hohen Roys Peak hochwandern wollte, einen der Berge direkt bei der Stadt. Dafür stand ich früh auf und musste erstmal eine Stunde an der Straße entlanglatschen bis ich zum Anfang des Tracks kam, der ein Parkplatz für die ziemlich große Anzahl an Touristen und Backpacker ist, die jeden Tag den Berg hochwandern, für den man immerhin 1300 Höhenmeter überwinden muss.

Der Track den Berg hoch ist ziemlich großzügig und breit angelegt, also technisch einfach, dafür aber umso steiler. Es geht gleich ordentlich los und schon auf den ersten 15min sieht man einige Leute heftig schnaufen, schon fast am Ende ihrer Kräfte angelangt. Der durchschnittliche Backpacker scheint seine Fitness mit der Zeit doch verloren zu haben. Nach zugegebenermaßen sehr anstrengenden und steile 45min folgte dann ein etwas moderaterer Anstieg, dafür wurde es jetzt sehr heiß als die Sonne langsam höher am Himmel stieg. Irgendwann wurde es dann wieder steiler und der letzte Teil ist dann nochmal völlig eskaliert. Die Strecke stieg so steil an wie es nur irgend geht, am Ende war es nochmal ein kurzes Stück Kletterei und dann war ich nach ziemlich genau 2h am Gipfel angekommen, wo eine Menge Leute schon herumsaßen.

Der Ausblick auf dem Gipfel und eigentlich schon die meiste Zeit vorher war wirklich sehr spektakulär, ich konnte die Stadt und den riesigen See, sowie weiteroben auch noch die umliegenden Berge des Mount Aspiring Nationalpark sehen.

Nach ein paar Fotos ging’s dann wieder runter und mir kam eine Unmenge Touristen und Backpacker entgegen, viele schon am Ende ihrer Kräfte angelangt und völlig erschöpft. Ab und zu sah man auch immer wieder Leute mit komplett niedergeschlagener Körpersprache und einem Gesichtsausdruck, der darauf schließen lässt, dass sie kurz vorm Aufgeben sind, am Wegesrand sitzen und liegen.

Auch ich kam ziemlich erschöpft nach einer Stunde wieder unten an und war froh, dass mich eine malaysische Backpackerin auf dem halben Weg zurück nach Wanaka mitnahm, was mir gut eine halbe Stunde Fußweg ersparte. Nach der wohltuenden Dusche war der Tag dann auch schon wieder vorüber.

Den letzten Tag in Wanaka verbrachte ich wieder recht unspektakulär damit durch die Stadt zu wandeln und am See und in den großen Parkanlagen zu entspannen. Mehr hab ich dann zuu der entspannten Zeit in Wanaka nicht zu berichten, als nächstes machte ich mich dann über den Lake Tekapo auf zum Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands.

21April
2017

Queentown, Te Anau und Milford Sound

Am Mittwoch trampte ich dann wieder zurück nach Queenstown. Von Te Anau nahm mich ein Rentnerehepaar aus dem Ort mit, die beide fast taub waren. Sie fuhren mich bis nach Mossburn, einem kleinen Dorf auf dem Weg nach Queenstown, von wo aus ich dann von 2 jungen Schweizerinnen mitgenommen wurde, die meinten, es sehe hier aus wie bei ihnen zu Hause.

Wieder in Queenstown ging ich dann zu meinem Hostel und war den restlichen Tag ausreichend damit beschäftigt mein ganzes Zeug zu waschen, mein Zelt zu trocknen und meinen Rucksack wieder richtig zu packen. Die nächsten 2 Tage hatte ich eigentlich vor ein paar Tagestouren in die Berge um Queenstown zu machen, musste dann aber auf Grund des anhaltenden Regens Abstand von nehmen.

So wurden es 2 ereignisarme Tage in der gemütlichen Lounge des Hostels und meine Zeiten Queenstown war auch schon wieder vorbei, worüber ich gar nicht so traurig bin, da die Stadt für meinen Geschmack eh viel zu teuer ist. So ging es dann am Samstagvormittag per Bus wieder nach Te Anau, von wo aus ich Sonntag nach Milford Sound wollte. Ich hatte also noch einen entspannten Nachmittag in der kleinen Stadt am zweitgrößten See des Landes, bis dann am Morgen um 7 mein Bus nach Milford Sound ging.

Die Straße an sich ist schon ein highlight und dauert ca. 2 stunden. Dabei fährt man immer zwischen den Bergen in einem während der letzten Eiszeit vor 14000 Jahren geschaffenen Gletschertaal, bis man dann am Eingang des Fjords ankommt. Diese Straße wird fast ausschließlich von Touristen befahren, weshalb es dort ständig zu Unfällen kommt, vor allem weil Leute auf der falschen Straßenseite fahren oder während der Fahrt Fotos machen. So sind wohl gerade erst vor 2 Wochen 2 deutsche Backpacker auf der falschen Seite unterwegs gewesen und frontal mit einem Bus zusammengeprallt und dabei ums Leben gekommen. Der Rekord in diesem Jahr liegt wohl bei 14 Unfällen an einem Vormittag.

Trotz dessen kam ich wohl auf in Milford Sound an, einem Ort, der aus einer Bootsanlegestelle, einem Restaurant, einer Lodge/Hostel/Hotel und Unmengen an Parkplätzen besteht. Ich hatte eine Bootstour durch das Fjord für Mittags gebucht und verbrachte den Vormittag damit die spektakuläre Landschaft anzugucken und dem entsprechend hunderte Fotos zu machen. Nachdem ich die 2 Aussichtspunkte abgeklappert hatte, ging zum Bootsterminal, wo insgesamt 8 Schiffe von 7 verschiedenen Unternehmen lagen, die alle zu unterschiedlichen Preisen die gleiche Tour machten und sich hauptsächlich in Modernität und Ausstattung unterschieden. So ist das größte Unternehmen Real Journeys, die 2 Boote haben und auf der ganzen Südinsel verschiedensteTouren anbieten und laut meinem Busfahrer einen Wert von 150 Mio Dollar haben. In jedem Fall haben die die mit Abstand protzigsten Schiffe und Busse.

Ich machte die Tour mit Go Orange, die waren am billigsten und es gab kostenlos Fish and Chips oder Frühlingsrollen und Fisch für die Vegetarier. Es war bestes Wetter und keine Wolke am Himmel, als die 2 stündige Tour losging. Vom Oberdeck hatte ich eine ziemlich coole Aussicht auf den Fjord und die Berge Drumherum. So schipperten wir langsam dahin, bis wir nach einer Stunde am offenen Met ankamen und wieder umdrehten. Wir machten noch an einigen riesigen Wasserfällen halt, aus denen auch das Trinkwasser für das Dorf stammt.

Insgesamt hat sich das auf jeden Fall gelohnt, da Milford Sound auf jeden Fall eine der schönsten Ecke Neuseelands ist, gerade bei klarem Wetter, was dort eigentlich nur sehr selten vorkommt. Die Nacht Verbrachte ich in der Milford Sound Lodge in einem Schlafsaal, was auf Grund der Lage natürlich ziemlich teuer war und es gab noch nicht mal kostenloses WLAN und Telefonnetz natürlich auch nicht.

So kam der Tag dann langsam zum Ende und das sollte es für Milford Sound dann auch gewesen sein, am Morgen nahm ich wieder einen Bus zurück nach Te Anau, von wo aus ich dann direkt weiter nach Wanaka hitchhiken wollte. 

 

18April
2017

Routeburn Track

Am Montagmorgen (dem 10.) checkte ich dann aus meinem Hostel in Quennstown aus und wartete auf meinen Shuttle Bus, der mich zum Start des Routeburn Tracks, einem der 9 Great Walks bringen sollte. Um 8 wurde ich von einem Kleinbus eingesammelt und mit 3 weiteren Leuten ging es die Strecke über das kleine Dorf Glenorchy zum ziemlich abgelegenen Trackstartpunkt. Dafür mussten wir gut eineinhalb Stunden fahren und die letzten Kilometer ging es sogar über eine Schotterstraße, auf der man legal aber durchaus 100 fahren darf.

Deprimierenderweise fing es aber schon auf der Fahrt an zu regnen und die eigentlich äußerst sehenswerte Bergwelt verschwand in den Wolken. So war ich etwas besorgt als wir am Routeburn Shelter, dem offiziellen Start- oder Endpunkt, je nachdem in welche Richtung man läuft, ankamen und meine Befürchtungen sollten sich bestätigen- es regnete auch hier und das nicht wenig.

Ich machte mich dann schnell auf den Weg, ich hatte an diesem Tag vor den Hauptteil des Tracks zu laufen, nämlich 21 km inklusive der primären Steigung und dem folgenden alpinen Abschnitt. Ich muss noch dazu sagen, der gesamte Weg ist nur 34km lang, was den Routeburn zum kürzesten der Great Walks macht. Die ersten Kilometer führten noch entspannt durch Wald, sogar ohne signifikante Steigung, was auch den andauernden Regen erträglicher machte. Nach vielleicht einer Stunde begann der Weg dann stark anzusteigen und nach nochmal der selben Zeit kam ich an der Waldgrenze und der ersten Hütte an. Die Hütte war auf Stegen erbaut und ein langgezogener Holzbau, was aber besonders an dem Ort war, war der übertrieben riesige Gebäudekomplex, der sich als Übernachtungsstätte für die geführten Wanderer herausstellte, dazu später mehr.

Ich machte meine Mittagspause an der Standard Hütte und hatte ungefähr die Hälfte meines Tages geschafft. Weiter führte der Track dann durch alpine Landschaft, ich war auf vielleicht 1200m, genauer gesagt durch ein Tal. Die umliegenden Bergspitzen waren zwar oft im Nebel versteckt, ab und zu kamen sie aber heraus und mir bot sich ein geradezu mystischer Anblick. Der Weg durch dieses Tal zog sich eine Weile hin und am Ende stieg man einen Bergkamm hinauf und ich war in der ungeschützten Region angekommen, also voll dem Regen ausgesetzt.

   

Ich war mittlerweile ziemlich durchnässt und beeilte mich deshalb, endlich an meinem Ziel anzukommen. Vorher musste ich aber noch ein gutes Stück über Bergkämme mit ordentlicher Steigung wandern, konnte hier aber wirklich gar nichts von der eigentlich atemberaubenden Bergwelt sehen. Nachdem ich nach einer weiteren halben Stunde am höchsten Punkt des Tages angekommen war, ging es von da an recht steil bergab und ich konnte den im Tal von Nebel umlagerten Lake Mackenzie See erkennen, wo sich die gleichnamige Hütte und der dazugehörige Campingplatz, den ich gebucht hatte, befand. Es folgte ein entspannter Weg bergab, der bald auch wieder von Wald geschützt wurde.

Gegen 3 war ich an der Hütte und musste nochmal 10min bis zum Campingplatz gehen. Nachdem mein Zelt aufgebaut war, ging ich direkt in die Hütte und trocknete den restlichen Tag meine Sachen, auch wenn ich als Camper eigentlich gar nicht in diese gedurft hätte.

Am nächsten Morgen hatte es glücklicherweise aufgehört zu regnen und ich konnte die restlichen 11km Routeburn Track trocken zu Ende gehen. Der Weg war eher unspektakulär und führte überwiegend durch Wald, ab und zu bekam ich aber sogar mal den ein oder anderen schneebedeckten Berggipfel zu sehen, der spektakuläre Teil war leider gestern in dem Wolken versteckt geblieben.

Gegen Ende kam mir dann noch eine Busladung geführter Wanderer entgegen, was hier mal der Anlass sein soll, um ein paar Gedanken dazu loszuwerden. Diese Unternehmen bauen in Nationalpark riesige Gebäude mit Strom und fließend Wasser und bereiten sogar Essen für ihre Kunden vor, die sich für wahrscheinlich unheimlich hohe Preise über einfachste Wanderwege führen lassen. Für mich ist das völlig unverständlich, sich so ein all-inclusive Wanderpaket zu gönnen, wo es doch in Nationalparks darum gehen soll, alles so naturnah wie möglich zu belassen, zumal es ja die voll akzeptablen Hütten gibt, die in dieser Region sogar echte Toiletten und einen Herd haben. Da läuft so was einfach komplett gegen den Sinn und zeigt, dass Neuseeland hier nur Geld verdienen will, denn Nationalparks sind Staatseigentum, die privaten Unternehmen handeln also mit Zustimmung der Regierung und dass, wo sonst überall mit penibelsten Regeln darauf geachtet wird, dass die Natur erhalten bleibt. Einerseits horrende Strafen zu erheben, wenn jemand irgendwo am Straßenrand in seinem Auto schläft, da das ja potenziell der Natur schadet, aber dann dekadente Gebäudekomplexe in Nationalparks zu klatschen, um da noch so viel Geld wie irgend möglich herauszuquetschen, zeugt einfach von kapitalgesteuerter Doppelmoral. Auch wenn man die Gebäude grün anmalt, kann ich sie nämlich trotzdem noch sehen.

Aber weiter mit der Handlung. Ich kam gegen Mittag am Ende des Tracks an, der ein Parkplatz darstellt. Dieser ist an der Straße zwischen Milford Sound, dem berühmtesten Fjord Neuseelands und Te Anau gelegen. Ich trampte also zurück und wurde von einem älteren Südafrikaner mitgenommen, der wegen eines japanischen Bogenschießevents nach Neuseeland kam und jetzt mit einem Mietauto unterwegs war. Wir genehmigten uns auf dem Weg noch einen Rotwein an einem Spiegelsee und dann ging es mit bis zu 160km/h auf der Landstraße Te Anau entgegen, was so ca. 80km entfernt liegt.

Dem Tempo entsprechend war ich schnell da und entschied mich die Nacht noch auf dem Campingplatz dort zu bleiben und am nächsten Tag nach Queenstown zu hitchen, wo sich im Hostel noch ein großer Teil meiner Sachen zwischengelagert befand und ich 3 Nächte vorgebucht hatte.

12April
2017

Kepler Track und Queenstown

Nachdem ich die letzten paar Tage entspannt, bei recht gutem Wetter in Te Anau verbracht hatte und alle Vorbereitungen für den Kepler Track erledigt hatte, konnte es am Mittwoch (4.3.) dann endlich wieder losgehen mit den mehrtägigen Wandertouren. Von meinem Holiday Park ging ich gegen halb los und musste ca. eine halbe Stunde am Seeufer entlanglaufen, um am offiziellen Start des Tracks, an einem Staudamm, der den See von einem Zufluss trennt. Dort war natürlich auch ein großer Parkplatz und es wimmelte von Touristen, die ein wenig auf dem Track wandern wollen oder sich nur den kleinen Staudamm angucken, von dem man bei herrlichem Wetter eine herausragende Aussicht auf den See und das umliegende Gebirge, sowie die Stadt Te Anau hat.

Ich kam dann also zum Start und hatte nur ungefähr 14km bis zur Luxmore Hütte vor mir, wo ich für lächerlich teure 54$ die Nacht verbringen sollte. Der Weg führte die erste Sunde durch einen Wald und war noch frei von jeglicher Steigung. Ich konnte also noch entspannt entlangwandern und machte am Seeufer, wo sogar ein richtiger Strand war Mittagspause.

Danach ging es weiter durch Wald, allerding stieg der Track jetzt immer steiler an, es galt insgesamt um die 800 Höhenmeter zu überwinden. Die nächsten 6/7 km waren ein einziger, qualvoller und langsam zu laufender Anstieg, immer durch den Wald, sodass man nicht mal schöne Ausblicke als Belohnung hatte. Aber nach vielleicht 2h war das dann auch vorbei und ich war endlich an der Baumgrenze angekommen.

Darüber folgte dann eine alpine Graslandschaft mit atemberaubendem Ausblick auf die Kepler Berge, die umliegenden höheren Gipfel der neuseeländischen Alpen und vor allem den See Te Anau, der von oben noch mal um einiges beeindruckender aussah, als von unten. Dort oben angekommen, nahm ich mir erstmal entspannt Zeit für eine ausgiebige Pause, bei perfektem Bergpanorama.

Von dort war es dann nicht mehr weit bis zur Hütte, zu der man über einen sehr schön anzuschauenden Weg über die Bergkämme kam. Die Hütte war die luxuriöseste und größte, die ich bisher auf den Great Walks gesehen habe. Über 50 Leute hatten dort Platz und es gab echte Toiletten, sowie Unmengen an Gaskochflächen in der großen Küche/Aufenthaltsraum, der von einem Holzofen beheizt werden konnte.

Hütte am Abend Blick von der Hütte am Morgen

Den späten Nachmittag/Abend vertrieb ich mir mit Essen machen und ich unterhielt mich mit einem  älteren Herrn aus England, der in meinem Geburtsjahr und –Monat nach Neuseeland ausgewandert ist und als Ingenieur gearbeitet hat und sein eigenes Flugzeug besitzt. Das hat er selbst gebaut und fliegt damit durchs Land, so wie andere mit dem Auto fahren, was in Neuseeland ganz gut möglich ist, da jedes Dorf/ kleine Stadt einen Flughafen hat und es eher weniger Flugverkehr gibt. So ist er früher auch von Auckland nach Wellington zur Arbeit geflogen.

Nach der obligatorischen Ansprache des Rangers war es dann schon fortgeschrittener Abend und es war Zeit in dem 40 Personen Schlafsaal schlafen zu gehen, was sich erwartungsgemäß als eher schwierig herausstellte. Der Lärmpegel war einfach zu hoch.

Am nächsten Morgen ging es dann trotzdem weiter und es stand wieder ein nicht allzu weiter Tag an. Es waren ungefähr 15km bis zur Iris Burn Hütte, die allerdings auch einen Campingplatz nebenan hat, den ich natürlich gebucht hatte. An diesem Tag war das Wetter eher mittelmäßig, die Wolken hingen recht tief und ich konnte nicht wirklich was von dem normalerweise hervorragenden Ausblick erkennen. Der Track stieg am Anfang noch ein wenig weiter an und ich machte noch einen kurzen Abstecher auf dem Mount Luxmore, der mit über 1500 Meter der höchste Punkt der Kepler Berge und des Kepler Tracks ist. Allerdings konnte ich nichts sehen, außer Nebel. Weiter gings dann über Bergkämme, immer ein wenig hoch und herunter, bis sich die Wolken dann ein wenig anhoben und sich mir sogar ein recht spektakulärer Ausblick bot, wobei die halb im Nebel versteckten Berge sehr mystisch anmuteten. So kam ich nach 3 Stunden nach dem letzten Anstieg des Tages an einem kleinen Unterstand, wo ich auf Grund der Nässe nur eine kurze Pause einlegte.

Von dort ging es dann eine ganze Stunde eigentlich nur noch steil bergab, wieder in den Wald hinein, bis ich zum Iris Burn River kam, an dem die Hütte und der Campingplatz liegen. Auf den meisten Great Walks darf man als Camper die Hütten auch mitbenutzen, war hier aber nicht der Fall. Der Campingplatz war von Bäumen geschützt, es gab einen kleinen Unterstand mit Wasser, eine eher sporadische Outdoortoilette und eine kleine Feuerstelle. Ich war gegen halb 2 der erste dort und nach einiger Zeit kamen weitere Leute dazu und wir fingen an ein Feuer zu machen. Zu verbrachten wir den restliche Nachmittag und Abend damit am Feuer zu sitzen, was auf Grund der Zunehmens echt kalten Temperaturen auch absolut nötig war. So verging der Abend in Gesellschaft mit einem Dänen und natürlich noch ein paar anderen Deutschen sehr schnell. Eine Besonderheit in dem Nationalpark und im Besonderen auf diesem Campingplatz sind die Keas, eine seltene Papageienrasse, die nur in den neuseeländischen Alpen vorkommt. Diese Rasse gilt als extrem intelligent und sozial und ist berüchtigt dafür Essen von Touristen zu klauen, Rucksäcke zu zerpicken und Zelte zu zerstören, wovor ausgiebig vor Ort gewarnt wurde.

Ich hatte allerdings Glück und am nächsten Morgen war mein Zelt noch ganz, aber als ich gegen 6 noch im Dunkeln aufstand kam gerade eine Schar Keas ins Zeltlager und begann damit alle aufzuwecken und einige Vögel versuchten an Zelten herumzupicken, allerdings konnten sie mit vereinten Kräften vertrieben werden.

Ich ging dann gegen 7 los, da ich 33,5km bis zurück nach Te Anau vor mir hatte (der Track verläuft in einem Kreis). Die erste Stunde des Weges war wirklich sehr schön, gerade da es noch dämmerste und die Sonne gerade erst richtig aufging, sahen die Berge, bei wieder klarem Wetter, sehr beeindruckend aus. Die Wanderung in der Dämmerung war absolut cool und entspannt, auch wenn es anfangs noch recht kalt war. Zum Glück ging der Weg heute nicht mehr bergauf, sondern verlief die meiste Zeit eben und teilweise leicht bergab. So war die Landschaft dann meist weniger spektakulär, da ich primär durch dichten Wald wanderte, später dann auch wieder entlang eines Flusses. Der Vormittag verflog recht schnell, ich versuchte immer ein ordentliches Tempo vorzulegen, damit ich nicht die 10h brauchte, die auf den offiziellen Schildern für den Weg veranschlagt waren.

Irgendwann kam ich dann an die letzte Hütte des Tracks, die direkt am See lag, wo es auch wieder einen echten Sandstrand gab. Dort machte ich schnell Mittagspause  und marschierte dann schnell weiter. Die letzten  Kilometer führten am Zufluss zum Lake Te Anau entlang und dann war ich endlich wieder am Ende/Anfang des Keplers angekommen. Von dort war es dann noch eine dreiviertel Stunde zu Fuß bis zum Holiday Park, wo ich um halb 3, also nach 7,5h, ankam. Nach wohl verdienter Dusche und Sachen zusammenpacken, hatte ich dann noch den restlichen Abend zum Entspannen.

Am nächsten Morgen, genau gesagt Samstag (8.4.), ging dann mein Bus früh um 7 direkt vom Holiday Park nach Queenstown, wo ich 2 Nächte im Hostel gebucht hatte. Queenstown ist die Touristen- und Backpackerhauptstadt Neuseelands gleichermaßen und zieht ganzjährlich scharenweise eben jene an. So gilt Queenstown als Abenteuerhauptstadt der Welt, da hier sowas wie Bungeejumping erfunden wurde und extremsten zelebriert wird, zu natürlich astronomischen Preisen. Generell ist in Queenstown alles sehr teuer, von Unterkunft bis Lebensmittel. Aber dafür sieht die Stadt auch sehr modern und sauber aus, nirgends heruntergekommene Häuser oder der Gleichen, dafür Modeboutiquen, hochklassige Restaurants, Bars und Villen wohin das Auge blickt und natürlich mit perfekter Lage am See und umgeben von atemberaubender Gebirgslandschaft.

Blick vom Seeufer Queenstown Blick auf Queenstown

Ich nutze Queenstown aber vorrangig als Ausgangspunkt für den nächsten Great Walk, den nur 32km langen Routeburn Track, der durch den Mount Aspiring und den Fiodland Nationalpark führt und nur 60km westlich von Queenstown beginnt. So holte traf ich mal wieder alle Vorbereitungen für einen Great Walk, holte das Ticket im DOC Büro ab, kaufte Proviant ein und lagerte das überflüssige Gepäck im Hostel zwischen.

Ansonsten wanderte ich ein wenig durch die Stadt, schaute mir das Seeufer an und am Sonntag stieg ich den Queenstown Hill Track auf eine Hügelkette direkt über der Stadt hinauf. Das dauerte gut eine Stunde und bei bestem Wetter, hatte ich eine unglaubliche Aussicht auf Stadt, See und die umliegenden Berge, wovon ich natürlich haufenweise Fotos machte.

Über Queenstown (alle weiteren auch)  

Den Abend ließ ich entspannt ausklingen und die Vorfreude auf den sehr beliebten und stets hervorragend bewerteten Routeburn Track stieg langsam, aber sicher an.  

04April
2017

Fox Glacier, hitchhiken, Te Anau

Die nächste und letzte Station an Neuseelands Westküste war dann der Nachbargletscher vom Franz Josef, der Fox Gletscher. Da nur um die 30km entfernt, dauerte es dann auch nicht lange bis ich dort ankam. Ein deutscher Backpacker nahm mich mit und ich war schon mittags an meinem Ziel angekommen. Auch dort zeltete ich wieder auf dem Rasen vor einem Hostel, hatte aber im Gegensatz zum Franz-Josef ziemlich schlechtes Wetter. Den Gletscher und die höheren Berge dahinter, man sieht bei wolkenlosem Himmel problemlos Mt. Cook, den höchsten Berg Neuseelands (3000 nochwas), konnte ich überhaupt nicht sehen, da alles komplett wolkenverhangen war.

So verlor auch die zweite Sehenswürdigkeit des Ortes (neben dem Fox Gletscher), der als Spiegelsee bekannte Lake Matheson, seinen Reiz. Denn normalerweise kann man dort perfekt gespiegelte Bilder von Mt. Cook und den benachbarten Bergen sehen. Ich machte mich trotzdem auf den 6km langen Fußweg vom Dorf aus, in der Hoffnung die Wolken lichten sich vielleicht noch ein wenig, bis ich da bin. Das war aber leider nicht der Fall und so machte ich mich trotzdem auf, den etwa einstündigen Weg um den See zu laufen. Leider spiegelte sich herzlich wenig im See, da es ziemlich windig war und es auch leicht regnete, wodurch die Wasseroberfläche ziemlich aufgewühlt war. Der Ausblick muss bei klarem Himmel aber ziemlich beeindruckend sein, denn es waren ein paar Bilder auf Touri-Tafeln, die schon ganz cool aussahen und man konnte sich die atemberaubende Sicht auf die neuseeländischen Alpen schon ungefähr vorstellen.

Spiegelsee  hier würde man normalerweise die Berge sehen

So war der Tag dann auch wieder rum, im Hostel gabs netterweise kostenloses Wifi und so verging der Abend dann auch problemlos.

Am nächsten Morgen war dann überraschenderweise recht klarer Himmel und ich machte mich zum Gletscher auf, der auch etwas außerhalb des Dorfes gelegen war. Dorthin führte ein Weg hauptsächlich durch Wald und der etwas längere Track den ich eigentlich gehen wollte, der zu einem etwas höher gelegenen Lookout führt, war leider geschlossen. Hinter einer Brücke über den Strom, der vom Gletscher herunterführt, war einfach alles abgesperrt, aber dafür hatte ich von der Brücke einen klaren Blick auf die Berge und konnte erstmals Mt. Cook richtig sehen, der sich schneebedeckt und majestätisch hinter den nahen Bergen erhob.

wenn man ranzoomt sieht man den schneebedeckten Gipfel von Mt. Cook im Hintergrund hier etwas besser

Da meine erste Track Wahl nicht möglich war, ging ich stattdessen zum offiziellen Fox Glacier Carpark, von dem ein halbstündiger, einfacher Weg am Fluss entlang in richtig Gletscher erstreckt. Ich kam relativ nah heran, bis zur offiziellen Absperrung, aber der Gletscher sah, ähnlich wie schon Franz Josef, von nahem nicht so beindruckend aus. Der untere Teil, den man von unten ja primär sieht, wirkt recht dreckig und ist nicht so schneeweiß, wie ich mir einen Gletscher vorstelle und er weiter oben ja auch ist. Das liegt natürlich auch daran, dass eben jener recht heftig am Schmelzen ist, weshalb der Übergang zum Nicht-Gletscherland, dann ähnlich aussieht, wie der Schnee, der in deutschen Städten und Dörfern am wegschmelzen ist, matschig und dreckig.

Der Gletscher Das Gletschertaal

Aber genug von Gletschern. Dieser letzte Gletschertag ging dann auch recht fix herum und am nächsten Tag, begann ich damit bis nach Te Anau zu hitchhiken, von wo aus ich den 3-tägigen Kepler Track, einen der 9 Great Walks, durch die Kepler Berge des Fjordland Nationalpark, starte. Die Kleinstadt Te Anau liegt sehr weit südlich, genau genommen südwestlich, auf der Südinsel, man muss allerdings einen Bogen landeinwärts fahren, da die Straße an der Westküste nicht so weit nach Süden führt. So sind das dann 475km bis nach Te Anau und man muss über die Touristenmetropolen und wohl reichsten beiden Städte Neuseelands, Wanaka und Queenstown, die quasi als das Mekka für Neuseelandurlauber gelten. Beide Städte perfekt an je einem See gelegen, eingebettet zwischen spektakulären Gebirgszügen, ziehen sie die Touristen und Backpacker geradezu an und auch ich werde mich dem Ruf dieser beiden eigentlich kleinen Städte mit ganzjährigem Massentourismus (haupt Skigebiete Neuseelands) noch erliegen. Aber in Queenstown und Wanaka werde ich erst später im April länger Zeit verbringen und dabei noch unter den astronomischen Preisen leiden, besonders in Queenstown sind Unterkünfte aller Art 50% teurer als überall anders, man bekommt zum Beispiel kein Hostelbett unter 30$ und Campingplätze in der Stadt gibt´s mittlerweile auch nicht mehr.

So machte ich mich ans trampen im Fox Gletscher Dorf und hatte das unverschämte Glück, dass gleich das erste Auto anhielt und der Fahrer, ein Malaye Mitte 20, bis nach Wanaka fahren wollte. So waren die ersten 250km bis nach Te Anau schonmal sicher. Mein Fahrer hat auch ein Working Hoiday Visum, hatte gerade 3 Monate Arbeit in Nelson hinter sich gebracht und wollte jetzt noch für einen Monat das Land bereisen. Ich muss dazusagen, dass Bürger aus Malaysia es ein wenig schwerer haben mit dem Work and Travel, es werden nur 1000 solche Visa dorthin vergeben und sie dürfen auch nur 6 Monate bleiben. Deutschland ist meines Wissens auch das einzige Land, dem unbegrenzt Working Holiday Visa für 12 Monate ausgestellt werden, weshalb es hier von unseren geliebten Landsleuten nur so wimmelt.

Mein Fahrer war sehr sympathisch und die Zeit, wir waren so 5h unterwegs, ging recht schnell herum. Auch die Landschaft wurde nach einer gewissen Zeit spektakulär. Bei Haast, dem letzten Ort auf unserer Strecke an der Küste, fuhren wir entlang eines spektakulären Fjords, eingebettet in spektakulären, regenwaldbewachsenen Hügeln. Der Regen und die starke Bewölkung gab der ganzen Szene einen mystischen Touch, was das ganze wirklich einzigartig anzusehen machte. Leider war ich nicht schlau genug Fotos davon zu machen.

Danach ging es in die Berge und nicht weit vor Wanaka, begannen die Wolken aufzureißen und wir hatten einen spektakulären Ausblick auf die Berge und die klaren Seen der Region, wovon ich tatsächlich Fotos habe. Insgesamt wurde die Landschaft unglaublich spektakulär und mir dämmerte so langsam, warum Wanaka, Queenstown und die ganze region auch von der Natur her so heftig gehyped (beliebt) ist.

See vor Wanaka

In Wanaka angekommen war es dann schon nachmittags und ich schlug mein Zelt auf dem Campingplatz in der Stadt auf. Den restlichen Tag verbrachte ich damit durch Wanaka und am See entlangzuschlendern, wobei klar wurde wie viel Geld die Stadt mit dem Tourismus eigentlich einnehmen muss. Die Straße am Seeufer besteht nur aus Restaurants und Geschäften in extrem modernen und teuer aussehenden Gebäuden. Auch der Rest der Stadt sieht unglaublich neu und schick aus, einfache Häuser und Wohnungen scheint es gar nicht zu geben. Die einzigen Wohnhäuser die ich gesehen habe, waren villenartige Gebäude mit großen Grundstücken. Auch der Holiday Park auf dem ich war, machte einen sehr modernen und sauberen Eindruck, verglichen mit den abgeranzten Campingplätzen auf denen ich schon war und teilweise sogar mehr bezahlen musste.

Lake Wanaka Staße am Seeufer in Wanaka

Wanaka ist auf jeden Fall einen Besuch wert, der See und die angrenzenden Berge sehen echt dehr beeindrucken aus. Doch am nächsten Morgen ging es weiter, ich wollte eigentlich die 225km bis Te Anau schaffen. Ich hatte ganz gutes Glück und wurde schnell die 90km bis nach Queenstown von einem alten australischen Ehepaar auf Urlaub mitgenommen. Ich hatte das Glück, dass die die Straße nach Te Anau nicht durch Queenstown, sondern daran vorbeiführt, sodass ich mir die Menschenmassen dort ersparen konnte, die sich schon im Vorort sehr stark andeuteten. Aber ich hatte schon auf dem Weg dorthin einen hervorragenden Blick auf Queenstown, die umliegenden Seen und Berge.

Blick von Wanaka nach Queenstown    Vorort von Queenstown

Von dort nahm mich dann ein einheimisches Pärchen mit, die Richtung Invercargill, der südlichsten echten Stadt in Neuseeland, unterwegs waren und sie ließen mich an der Abzweigung nach Te Anau heraus. Von dort aus waren es dann eigentlich nur noch 80km bis zu meinem Ziel und ich wurde von drei deutschen Mädels in einem bunten Hippie Kleinbus aufgesammelt, die schon eine australische Hitchhikerin dabeihatte. Ich quetsche mich also hinten in den Bus, ich saß/lag quasi mit der Australierin auf dem Bett der drei, es gab hinten keine Sitze. Sie wollten nach Milford Sound, wobei Te Anau auf direkten Weg liegt. Allerdings dachten die 3 nur sie wollten nach Milford Sound, eigentlich waren sie zum Fjordland Nationalpark viel weiter südlich unterwegs, was sie scheinbar  verwechselt hatten. Irgendwo in den unendlichen Tiefen des Kleinbusses eingequetscht, fiel mir das aber viel zu spät auf und so landeten ich und die Australierin, die ins tatsächliche Milford Sound wollte, also auch durch Te Anau, irgendwo am Ende der Welt. Wir standen dann an der Abzweigung nach Te Anau, wir waren so 100km südlich (vorher war ich 80km westlich) von Te Anau. Es war allerdings eine Straße, die normalerweise niemand langfährt, weit und breit ist kein echter Ort und so standen wir da recht lange herum, ohne das überhaupt mal ein Auto kam.

An der Straße nach Te Anau der selbe Ort Blick im Nirgendwo Neuseelands

Wir hatten dann Glück, eine Frau von der Bergwacht, die vermisste Touris rettet, fuhr dort entlang und nahm uns sogar den ganzen Weg bis nach Te Anau mit. Dadurch konnten wir aber immerhin die einzigartig schöne Landschaft der Fjordlande sehen, regenwaldbewachsene Hügel, Flüsse, Bergseen und Gebirge, zu der sich normalerweise kein Tourist verirrt. Unsere Fahrerin hat sich die Ganze fahrt unglaublich darüber amüsiert, wie weit weg wir uns verirrt hatten und hat uns auf einer Karte sogar noch schnell der riesigen Bogen gezeigt, den wir letztlich abgefahren sind, um bis nach Te Anau zu kommen.

Dort angekommen, ging ich zum nächsten Holiday Park, es war mittlerweile später Nachmittag und mir blieben ab dann noch 2 volle Tage bis ich den Kepler Track für 3 Tage laufen will. Te Anau ist ähnlich wie Wanaka eine sehr kleine Stadt, die nur auf Grund des Massentourismus von solcher Bedeutsamkeit ist und so gut aussieht. Auch hier sehen die Straßenzüge extrem modern aus und die wenigen Wohnhäuser sehen extrem teuer aus. So populär ist der Ort vorallem, weil er das Tor zum Fjordland Nationalpark und damit auch dem Milford Sound (=Fjord) ist. Von hier fahren täglich unzählige Busse Richtung Milford Sound, wo die Insassen dann meist noch eine Bootstour machen. Natürlich macht auch die Nähe zu 3 Great Walks, den Kepler, Milford und Routeburn Track den Ort so überlaufen. Dazu kommt noch, dass Te Anau perfekt am gleichnamigen See liegt, hinter dem sich die Berge, wie auch die Kepler Mountains, der neuseeländischen Alpen majestätisch erheben.

Lake Te Anau

Die zwei Tage verbrachte ich hauptsächlich damit, den See entlang zu wandern, mich auf die 3 Tages Tour vorzubereiten (Hüttentickets im DOC Büro abholen, Essen einkaufen, überschüssiges Gepäck auf dem Holiday Park unterbringen) und einfach zu entspannen. Ich hatte ziemlich gutes Wetter, immer Sonnenschein, aber dafür wehte die ganze Zeit ein extrem eisiger Wind, der wie man mir sagte, direkt aus der Antarktis kommt. So wurde es auch nachts zum ersten Mal für mich hier in Neuseeland ziemlich kalt und war froh in einen guten Schlafsack investiert zu haben. Aber das liegt natürlich auch daran, dass ich so weit südlich wie noch nie zu vor bin und der Äquator langsam aber Sicher in weite Ferne rückt.

Hütten Tickets

So vergingen die 2 Tage im recht beeindruckend aussehenden Te Anau sehr schnell, der Campingplatz ist auch extrem gut ausgestattet (kostenloses Wifi) und morgen früh werde ich die 65km Kepler Track durch die Berge beginnen, auch wenn das Wetter eher weniger gut aussieht für die nächsten paar Tage.

 

29März
2017

Franz Josef Gletscher

Am nächsten Morgen bin ich dann zum Franz-Josef Gletscher aufgebrochen. Dort gibt es ein gleichnamiges Dorf, dass mein quasi mein Ziel war. Von Hokitika aus nahm mich diesmal ein älterer Herr aus Israel die 150km mit. Die Fahrt dort hin war schon sehenswert, wir fuhren immer am Fuße der schneebedeckten Gipfel der neuseeländischen Alpen entlang. 

Im Dorf angekommen, dass eigentlich nur aus Touristen und ein paar Leuten, die mit Touristen ihr Geld verdienen, besteht, suchte ich mir ein Hostel, wo ich für 16$ die Nacht zelten konnte. Dort gibt es außerdem kostenloses Frühstück- Waffeln und Toast- und Abnds Suppe, sehr geil. Nachmittags ging ich dann in Richtung Gletscher, es führte ein Weg am Fluss zum Fuß des Gletschers und man kam schon sehr dicht heran. Der Weg war ziemkich überlaufen, aber man hatte schon spektakuläre Aussicht auf die Berge und der Gletscher sah schon ganz interessant aus, auch wenn er von nahem nicht so gut aussah. Der unterste Teil war ziemlich dreckig und nicht so schneeweiß, wie der obere Teil. Man konnte zeimlich klar sehen, dass der Gletscher auf dem Rückzug ist, und zwar zeimliich schnell. Noch vor 20 Jahren konnte man vom Dorf direkt auf die Eismassen gehen, heute muss man sich für 400$ mit Heli da hoch fliegen lassen, was an Hand des ständigen Lärms doch recht vieleLeute machen. Auch konnte man an den Felsen und Steinen am Fluss sehen, wie der sich zurückziehende Gletscher diese glattgeschliffen und überformt hat, sehr interessant für den geneigten Geologen.

Am nächsten Tag wollte ich dann den Alex Knob Track auf den gleichnamigen Berg hochwandern. Dieser ist 1300 Meter hoch und damit fast auf einer Höhe mit dem höchsten Punkt des Franz Josef, der einer der niedrigsten Gletscher der Erde ist, er erstreckt sich von 400 bis 1400m über Meersspiegel.

Der Track zog sich über übe 20km und sollte laut Schildern 9h dauern, was es dann natürlcih zu schlagen gilt. Der Anfang führte durch tropisch anmutende Wälder, wobei man stetig bergauf ging. Positiverweise war dieser Weg echt fast Menschenleer, vermutlich, da der Spaß auch irgendwann recht anstrengend wird, gerade bei kanllender Sonne und sommerhaften Temperaturen. Irgendwann hörte der Wald dann auf und ich gelangte in subalpine Grasvergetation, was für den Ausblick natürlcih überragend war. Ich hatte 360 Grad freie Sicht und konnte bsi zum Meer im Westen sehen und von oben sah der Franz Josef echt spektakulär aus. Auch die tiefhängenden Wolken weiter entfernt, sind schon ganz cool, wenn man sie ausnahmsweise mal von oben sieht.

So zog sich der Tag hin, ich machte tausende Fotos und war gegen 4 wieder im Hostel, wo ich den Tag entspantt ausklingen leiß.

27März
2017

Hokitika

Ach ja, das Wetter an der Westküste.

Nachdem es am Morgen in Greymouth Gott sei Dank aufgehört hatte zu regnen, mein Zelt war natürlich noch komplett nass beim Zusammenpacken, sollte ich laut Wettervorhersage von Google ungefähr ein 3/4 stündiges regnefreies Fenster haben. Das wollte ich natürlich nutzen, um weiter die Küste nach Süden zu hitchhiken, diesmal bis Hokitika, ein kleines Städtchen 50km von Greymouth entfernt. 

So ging ich so früh wie möglich los und wurde mal wieder Opfer der nicht vorhandenen Raumplanung Neuseelands. Die Stadt ist, obwohl nur 5.000 Einwohner groß, lächerlich langgezogen, ähnlich wie Nelson, wenn dort auch in stärkerer Ausprägung. So muss ich immer an der Starße entlangwandern, neben mir reiht sich ein Grundstück an das Nächste, ohne dass auch nur ein paar Grundstücke in die Tiefe gebaut wurde, wie in einem deutschen Straßendorf.

Es folgte also rund eine Stunde Fußmarsch, bei sich wieder verdunkelndem Himmel, bis ich weit genug außerhalb des Ortes war, um realsitische Chancen darauf zu haben, dass mich Jemand mitnimmt. Nach einer halben Stunde warten sammelten mich zwei Typen mittleren Alters, mit einem großen Rohr auf dem Dach ihres Autos ein, dass sie gerade im Baumarkt gekauft hatten (also das Rohr nicht das Auto), ein. Sie wollten glücklicherweise auch bis nach Hokitika, was mir weiteres Warten ersparte.

Gegen 1 war ich dann angekommen und ging diesmal in ein Hostel direkt im Ortszentrum, wo ich das letzte freie Bett ergattern konnte. Kaum angekommen, fing es auch schon wie angekündigt an zu regnen und hörte dann auch erstmal gut 24h nicht mehr auf, weshalb es sich als recht gute Entscheidung herausstellte, mal nicht im Zelt zu pennen.

Hokitika an sich ist eine sehr kleine Stadt, in Neuseeland zählt halt irgendwie alles als Stadt was irgendwie 10 Häuser und einen Supermarkt zusammenbekommt, und lebt ausschleißlich vom Tourismus. Es gibt ein sehr modernes Zentrum mit allen Möglichen Geschäften, großem Touriinformationscenter und liegt direkt am Strand.

Besonders macht den Ort, dass man hier das erste Mal an der Westküste richtig die neuseeländischen Alpen sehn kann, also zumindest wenn man von Noden kommt, man sieht wohl sogar Mt Cook. Davon konnte ich aber natürlich eh nichts sehen bei Regen. 

Am nächsten Tag gegen Mittag wurde es dann Gott sei Dank besser und es wurde sogar richtig sonnig und warm. Ich bekam den Strand zu sehen, besonderes Wahrzeichen ist heir Hokitika aus Ästen buchstabiert, ich ging auf einen nahen Hügel von dem man eine gute Aussicht über die Stadt und das Meer hatte und am Abend konnte ich endlich mal einen kalren Sonnenuntergang ohne störende Wolken sehen. 

Das traf sich besonders gut, da ich das Meer jetzt eh erstmal nicht mehr sehen werde, da ich als nächstes zu den Franz-Josef und Fox Gletschern will, die natürlich etwas weiter im Landesinneren sind. 
Aber Hokitika ist auf jeden Fall ein cooles kleines Städtchen, das man sich mal für 1/2 Tage geben kann.

27März
2017

Greymouth

Am Morgen des 24. März machte ich mich also in Richtung Greymouth, der Hauptstadt des Westcoast District, auf. Dort hinzukommen stellte sich als nicht sonderlich schwer heraus, da  die 5.000 Einwohnerstadt nur 50km von Punakaiki entfernt liegt. So nahm mich ein Anfang 20 Jähriger Neuseeländer mit, der bereits einen anderen Deutschen Hitchhiker dabei hatte und ich war gegen frühen Nachmittag in Greymouth. Dort suchte ich mir Unterkunft, diesmal ein Hostel, bei dem man im Garten zelten kann. Das Hostel war so eine Art altes Herrenhaus mit großem Grundstück und ziemlich viel Platz innen drin.

Alles in allem eine ziemlich coole Unterkunft. Das ist ein gutes Beispiel dafür was man in Neuseeland macht, wenn man ein Haus/ Grundstück hat. Einfach ein Hostel daraus machen, 3/4 Backpacker für Unterkunft arbeiten lassen und selbst Rezeption und alles managen und schon hat man ein gut laufendes Unternehmen ohne größere laufende Ausgaben.

Am Nachmittag fing es dann langsam an zu regnen und ich konnte nicht viel machen, außer mir ein bisschen die Stadt anzugucken. Greymouth liegt direkt am Meer und im Schatten der neuseeländischen Alpen, wie eigentlich alle Orte an der Westküste. Besonders an dem Ort ist, dass es dort einen Bahnhof gibt, für Europa Standard, in Neuseeland eher ungewöhnlich, da Züge nicht als reguläres Transportmittel genutzt werden. So ist in Greymouth der Anfang der Touri Bahn, die die Alpen von West nach Ost durchquert, was wohl ziemlich cool sein soll, aber natürlich echt teuer ist.

So verbrachte ich den restlichen Tag im gemütlichen Wohnzimmer der Villa.

Am nächsten Morgen hörte es dann auf zu regnen und ich ging zum Strand in Greymouth, der schon ein paar Kilometer vom Ortskern entfernt liegt. Auf dem Weg dahin stieg ich noch auf einen kleinen Hügel, von dem, aus man die Stadt und die Umgebung überblicken kann. Das Meer war wie immer an der Westküste ziemlich wellig und unruhig, was diesen Strand zu einem beliebten Spot für Surfer macht, auch wenn die Wellen an dem Tag nicht so heftig waren.

Später am Nachmittag fing es dann wieder an zu regnen und konnte mal wieder das gute WLAN im Hostel ausnutzen und im Warmen rumhängen, bis ich am Abend wieder in mein Zelt musste.

Somit waren auch meine 2 Nächte in Greymouth wieder zu Ende.

 

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